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H#4 — Partizipation, Kooperation und nachhaltige Entwicklung

Das mit der Betreuung des Gebiets KMA 2 beauftragte Koordinationsbüro für Stadtentwicklung und Projektmanagement (KoSP) hatte den Wunsch, uns seine Position zum Thema Partizipation zur Kenntnis zu geben. Den kompletten Beitrag von Christine Noack können Sie als [ PDF ] erhalten:

 

Das Gebiet Karl-Marx-Allee, II. Bauabschnitt (KMA II) wurde aufgrund seiner stadtentwicklungspolitischen Bedeutung und seines baukulturellen Hintergrunds im Jahr 2015 mit Senatsbeschluss als Fördergebiet in das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz (seit 2020 Lebendige Zentren) aufgenommen. Mit Hilfe des Förderprogramms ergeben sich für das Gebiet nicht nur die Möglichkeiten der Sicherung der baukulturellen Bedeutung und der Weiterentwicklung der öffentlichen Bauten und Flächen zu zukunftsfähigen Lebensorten, sondern auch die intensive Teilhabe der Stadtgesellschaft an den öffentlichen Projekten in den Bereichen des Freiraums, der Mobilität oder der sozialen Infrastruktur. Das Bezirksamt Mitte von Berlin hat zur Steuerung des Einsatzes der Fördermittel und zur Koordination der Maßnahmen und Akteure im Jahr 2016 eine Gebietssteuerung beauftragt. Zeit für einen Rückblick.

Informieren, Mitwirken und Zusammenarbeiten

Der im Jahr 1969 verfasste Aufsatz „A Ladder of Citizen Participation“ von Sharry R. Arnstein bildet bis heute eine Grundlage für viele Forschungsfelder und Praxisbereiche, die sich mit Beteiligungsprozessen befassen, so zum Beispiel in der Soziologie, der Gesundheitspolitik, der Kinder- und Jugendarbeit oder eben in der Stadtplanung. Der Aufsatz erläutert unterschiedliche Grade und Qualitäten der Teilhabe, von der Manipulation bis hin zur Selbstverwaltung, und zeigt auch, dass viele Partizipationsprozesse, mit denen wir es heute zu tun haben, nur eine geringe Teilhabequalität erreichen. Nicht selten sind Partizipationsprozesse aufgeladen und hitzig – weil unterschiedliche Sprachen zwischen Fachwörtern und Abkürzungen gesprochen werden und weil Bürgerbeteiligung eben auch bedeutet, dass Konflikte ausgehalten und ausgetragen werden müssen: um Straßen und ihre Notwendigkeit; um Gebäudehöhen und um Grün- und Freiräume. Hinzu kommt, dass Partizipationsprozesse stets individuell gedacht, gut vor- und aufbereitet sowie konsistent gestaltet werden müssen. Aufgrund des Einsatzes der Städtebaufördermittel ist es dem Bezirksamt Mitte möglich, die Beteiligung im Gebiet KMA II so intensiv und auf die Nachbarschaft angepasst durchzuführen, dass die Anwohner*innen nicht nur informiert oder angehört werden, sondern so eingebunden werden, dass sie mitgestalten und mitentscheiden können. Je nach Projekt und dessen Rahmenbedingungen geht die entwickelte Partizipationsstrategie für das Gebiet KMA II mal besser und mal schlechter auf. Nach nun fast fünf Jahren der Gebietsbetreuung ist es Zeit das Erreichte zu hinterfragen. [ Bitte weiterlesen … kompletter Beitrag ]