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Bruno Flierl – Haus Stadt Mensch
Über Architektur und Gesellschaft. Gespräche

Buchpremiere
5. März 2019 · 18 Uhr · Café Sybille, Karl-Marx-Allee 72 · 10243 Berlin

Eine Veranstaltung der Hermann-Henselmann-Stiftung in Kooperation mit Verlag Das Neue Berlin · Sie sind herzlich eingeladen!

[ Info: Verlag Das Neue Berlin ]
 

Haus. Stadt. Mensch.
 

Ohne Bruno Flierl würde der Pariser Platz vorm Brandenburger Tor nicht so aussehen, wie ihn die Welt kennt. Als die Eigentümer der Parzellen in den 1990er Jahren sich daran machten, die Brache zu bestellen, und Architekten sich anschickten, ihre hochfliegenden Träume in Glas und Stahl zu realisieren, zog Berlin die Notbremse. Der Senat beauftragte den Stadtplaner Bruno Flierl, eine verbindliche Gestaltungssatzung für den Platz zu erarbeiten. Es sollten keine Hochhäuser errichtet und nicht die alten Bauten rekonstruiert, sondern der historische Raum wiederhergestellt werden. Ehe die Satzung Gesetz war, hatte die Akademie der Künste ihren Glaskasten bereits errichtet, aber alle anderen Bauherrn — einschließlich Frankreich und die USA, die ihre Botschaften dort errichteten — hielten sich an Flierls Vorgaben.
Bruno Flierl, der promovierte Architekt und Städteplaner, drückte der Hauptstadt seinen Stempel auf. Seit Ende der 1950er Jahre ist er an der Gestaltung der Berliner Mitte beteiligt. Kritisch verfolgt er alle Versuche der Rekonstruktion der piefigen Kaiserstadt und der »visuellen Entsorgung« der Bauten vor 1990, etwa durch Zubauen des Fernsehturms mit Riesenhochhäusern — nachdem die Bemühungen, den Turm wie den Palast der Republik abzureißen, gescheitert waren. Flierl stellt unverändert die Frage: Wessen Stadt ist die Stadt, für wen wird gebaut? Dient die Stadt und ihre Gebäude den Menschen, die darin leben — oder der Demonstration von Macht und Reichtum und der Profitmacherei? Flierl hat Städte, Plätze und Häuser in aller Welt studiert, Bücher über Hochhäuser und deren Geschichte geschrieben und an der Humboldt-Universität gelehrt. Er ist weltweit einer der profiliertesten Architekturkritiker. In diesem Gesprächsband formuliert der heute 92-Jährige sein Vermächtnis.

Für Fragen und Anmerkungen kontaktieren Sie bitte die Hermann-Henselmann-Stiftung
per Kontaktformular oder per ar@hermann-henselmann-stiftung.de


Bruno Flierl
Haus. Stadt. Mensch.

Über Architektur und Gesellschaft. Gespräche

288 Seiten
Buch 19,99 €
ISBN 978-3-360-01343-9
 
Haus. Stadt. Mensch.

Umschlagtext: Architektur und Städtebau sind sein Metier seit mehr als sieben Jahrzehnten. Bruno Flierl gilt unverändert als einer der profiliertesten Theoretiker auf diesem Feld. Er hat sichtbare Spuren in der Landschaft hinterlassen. Der Pariser Platz vorm Brandenburger Tor in Berlin zum Beispiel trägt seine Handschrift. Und als geistreicher Lehrer hat er mehrere Architektengenerationen inspiriert.
Im Jahr 100 nach Gründung des Bauhauses erscheint das Konzentrat vieler Gespräche, die Flierl mit Frank Schumann führte. Darin setzt er sich kritisch mit Vergangenheit und Gegenwart des Bauens auseinander, fragt nach gesellschaftlichen Auftraggebern und deren Intentionen und macht dabei aus seiner politischen Haltung keinen Hehl. Flierl war und ist überzeugter Marxist. Für ihn lautet darum die zentrale Frage auch beim Bauen: Wessen Welt ist die Welt?
»Den Traum von einer besseren Gesellschaft gebe ich nicht auf.« Bruno Flierl