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Bauhaus Lectures

Vortragsreihe · Weimar/Berlin· Herbst 2018 bis Frühjahr 2019

Ein gemeinsames Projekt der Hermann-Henselmann-Stiftung
und Bauhaus Universität Weimar | Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Planung
In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung

 
 
 

nächste Veranstaltung: 19. November 2018 · Prof. Dr. Ines Weizman
Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung · Franz Mehring-Platz 1 · 10243 Berlin

 
Anmeldung erbeten – wegen begrenzter Anzahl von Plätzen
 
Anmeldung unter anmeldung@hermann-henselmann-stiftung.de

Ines Weizman

Bauhaus Lectures Banner

[ Programm-PDF ] [Chart]

Kaum ein Jubiläum wirft bereits im Vorfeld so lange Schatten voraus, wie Bauhaus 100. Der Deutsche Bundestag konstatierte 2015 exportweltmeisterlich: «Das Bauhaus gehört der Welt, aber es kommt aus Deutschland und ist einer der erfolgreichsten Exportartikel unserer Kulturgeschichte.» (Linke und Bündnisgrüne enthielten sich.) — Mit dem Bundestagsbeschluss im Rücken wurde der Bauhaus Verbund 2019 geschaffen, in Weimar, Dessau und Berlin werden drei neue Bauhaus-Museen errichtet. bauhaus imaginista verlässt den nationalen Rahmen und versteht Moderne als kosmopolitisches Projekt, das durch transkulturellen Austausch entstanden ist und bis heute weiterwirkt. Mit den Bauhaus Lectures möchten das Bauhaus-Institut in Weimar und die Hermann-Henselmann-Stiftung Forschungsergebnisse zur Real- und Rezeptionsgeschichte des Bauhaus vorstellen. Vor neuen Herausforderungen stehend, braucht die Moderne zugleich neue kulturelle Verankerung und Perspektive. Die wechselvolle Bauhaus-Geschichte ist hierfür reich an Anregungen.
 
 

115. Oktober 2018   15:00Vortrag
 
Begrüßung:
Prof. Dr. Winfried Speitkamp · Präsident der Bauhaus–Universität Weimar

 
Minister Prof. Dr.
Benjamin-Immanuel Hoff
Das Bauhaus und die umkämpfte Moderne in Thüringen

Das Bauhaus war in Thüringen stets umkämpft. Die Einbettung des neuen Weimarer Bauhaus-Museums am ehemaligen «Gauforum» in das Projekt «Topographie der Moderne» trägt dem Anspruch Rechnung, das Bauhaus nicht auf einen stylischen Markenartikel «Made in Germany» zu reduzieren und massenkultur-touristisch zu musealisieren. Vielmehr gilt es, das Bauhaus in seiner Vielfalt und Ambivalenz sowie in seiner gesellschaftlichen Verortung zu erfassen und in diesem Sinne die es tragende Frage «Wie wollen wir leben?» stets neu zu stellen und zu beantworten.
 
Ort: Bauhaus Universität Weimar / Audimax · Geschwister-Scholl-Straße 8 · 99423 Weimar
 
 
 

nächste Veranstaltung
 
219. November 2018   19:00Vortrag
 
Prof. Dr.
Ines Weizman
1919: Die Neuerfindung von Raum und Zeit
 
Der Vortrag versucht, die Geschichte des Bauhaus mit unterschiedlichen politischen, erkennt­nistheo­retischen, wissenschaftlichen und kulturellen Spannungsfäden in einer Textur der Zeit zu verweben und damit neue Verknüpfungen zwischen Struktur- und Ereignisgeschichte her­zustellen. Denn gerade im Hinblick auf die Geschichte der Rezeption und der Migration des Bauhauses muss das globale Beziehungsgeflecht der Geschichte der Moderne international und interdisziplinär erfasst werden, um den Auftritt der Ideen und ihrer Protagonisten sowie deren historisches Verblassen in einer hundertjährigen Rahmenhandlung zu erkennen.
 
Ort: Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung · Franz-Mehring-Platz 1 · 10243 Berlin

 
 
 

310. Dezember 2018   19:00Vortrag
 
Prof. Dr.
Max Welch Guerra
Bauhaus. Reform der Lebenswelt und gesamtgesellschaftliche Rationalisierung
 
Vor lauter Begeisterung über den Jubilar entsteht zuweilen der Eindruck, das historische ­Bauhaus sei das einzigartige Werk genialer Architekten gewesen. Der Vortrag verweist an einen gesellschafspolitischen Erklärungszusammenhang für die Gründung der Gestaltungsschule 1919 sowie für ihre Nachwirkungen: den kräftigen Rationalisierungsschub der gesamtgesellschaftlichen Reproduktion, der in Deutschland einen seiner Hauptschauplätzte erlebte. Ein solcher Ansatz regt an, die Perspektiven heutiger Gestaltung der Lebenswelt ebenfalls in einem gesellschaftspolitischen Kontext zu diskutieren.
 
Ort: Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung · Franz-Mehring-Platz 1 · 10243 Berlin
 
 
 

411. Dezember 2018   13:30Vortrag
 
Dr.
Thomas Flierl
Bauhaus-Rezeption in der Sowjetunion 1919 bis 1937

Bauhaus und sowjetische Avantgarde sind gleichermaßen Phänomene eines internationalen Aufbruchs der Moderne. Am Beginn ihrer Beziehung stand nach dem Ersten Weltkrieg und den Revolutionen in Russland und Deutschland die Sehnsucht nach Verbrüderung und Kooperation, nach der Schaffung einer «Internationalen Front der modernen Architektur». Diese ­Resonanz hatte ihren Höhepunkt 1928. Ab 1929 erfolgte der Bruch durch Stalin und dessen ­Umdeutung des Bauhaus als Ausdruck des Monokapitalismus, dem eine «proletarische Architektur» entgegenzustellen sei.

Ort: Bauhaus Universität Weimar / Oberlichtsaal · Geschwister-Scholl-Straße 8 · 99423 Weimar
 
 
 

514. Januar 2019   19:00Vortrag
 
Prof.
Philipp Oswalt
Die Bauhaus-Rezeption in der BRD

Spätestens ab 1930 schuf Walter Gropius aus dem Bauhaus eine Marke – es wurde auf eine griffige, ­widerspruchfreie Formel reduziert, die gut zu vermarkten und in Konsum, Kultur und Politik zu verwerten war. Nach 1945 konnte Gropius mit der Publikation seiner Bücher, der Gründung des Bauhaus-Archivs und der Stuttgarter Ausstellung von 1968 dieses Bild im Westen durchsetzen. Der zunächst ausgeblendete, dann diffamierte Beitrag Hannes Meyers zum Bauhaus spielte aber für die HfG Ulm und Teile der westdeutschen Linke ab den 1970er Jahre eine relevante Rolle.

Ort: Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung · Franz-Mehring-Platz 1 · 10243 Berlin
 
 
 

611. Februar 2019   19:00Vortrag
 

Wolfgang Thöner
Die Bauhaus-Rezeption in SBZ / DDR

Das Bauhaus war in der DDR in seinem geistigen und materiellen Erbe auf unterschiedliche Weise präsent, zu Beginn vor allem durch das Wirken ehemaliger Bauhäusler, bald aber auch durch jüngere Generationen. Der Umgang mit diesem Erbe war immer politisch brisant, ­verbunden mit ideologisch aufgeladenen Fragen. Der Vortrag folgt der Chronologie und geht dabei auf die verschiedenen Gebiete ein – von der Architektur, dem Design über die Künste und Pädagogik bis zur Bauhausforschung und zu institutionellen Verbindungen. Die DDR-Bauhaus-Rezeption hat ihre eigene Geschichte.

Ort: Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung · Franz-Mehring-Platz 1 · 10243 Berlin
 
 

72. April 2019   17:00Vortrag
 
Dr.
Thomas Flierl
Zwischen den Fronten. Hannes Meyer 1935-1954

Der Vortrag zeichnet die politisch-ästhetische Biografie des zweiten Bauhaus-Direktors Hannes Meyer seit seiner Zeit in der Sowjetunion nach. Anders als bisher gemeinhin dargestellt, hat er 1936 nicht nur die Gelegenheit genutzt, das Land zu verlassen, sondern verfügte dabei über ein sowjetisches Mandat. Neue Quellen belegen, dass Hannes Meyer im Ausland verdeckt für die Kommunistische Internationale tätig war. Vor diesem Hintergrund lassen sich nun auch die Exil-Querelen in Mexiko und das Scheitern seiner ­Integration im Nachkriegseuropa, speziell auch in der DDR, genauer verstehen.

Ort: Bauhaus Universität Weimar / Oberlichtsaal · Geschwister-Scholl-Straße 8 · 99423 Weimar
 
 
 

808. April 2019   19:00Vortrag
 
Dr.
Anja Guttenberger
Die Schule im Walde. Bauhaus-Ästhetik und Formalismus-Debatte

Als die Bundesschule des ADGB nach 1945 an die Gewerkschaften zurückgegeben wurde und bald als Fortbildungsstätte zu klein wurde, beauftragte man Georg Waterstradt mit der Pla­nung der ­Erweiterung. Seine Idee war es, das Internatsgebäude von Hannes Meyer in seiner Zick-Zack-Form zu spiegeln. Sein Wirken nahm Mitte 1951 ein jähes Ende als Waterstradt von der SED-Führung vom Projekt abgezogen wurde. Bis in die 1980er Jahre hinein folgten weitere An- und Erweiterungsbauten. Sie spiegeln die Abkehr vom und die Wiederannäherung an das Bauhaus.

Ort: Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung · Franz-Mehring-Platz 1 · 10243 Berlin
 
 
 

906. Mai 2019    19:00Buchpräsentation
 
Bernd Hüttner
100 Jahre Bauhaus – Kritische Beiträge und Perspektiven

Gegen den Trend, das Bauhaus in eine geläuterte deutsche Nationalgeschichte ein­zumeinden und das soziale und ästhetische Potenzial des Bauhauses und der kulturellen Aufbrüche der Weimarer Zeit wegzublenden – und so auch die kritischen Perspektiven auf heutige gesellschaftliche Verhältnisse aus dem Jubiläum herauszuhalten –, versucht der von Bernd Hüttner (RLS, Bremen) und Georg Leidenberger (Mexiko-City) herausgegebene Sammelband, das Bauhaus aus heutiger emanzipatorischer Perspektive zu erschließen.

Bernd Hüttner + Georg Leidenberger (Hg.) Metropol-Verlag 2019

Ort: Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung · Franz-Mehring-Platz 1 · 10243 Berlin
 
 
 

1011. Mai 2019   10:00Exkursion
 
nach Bernau bei Berlin: Baudenkmal Bundesschule Bernau
 
Dr.
Anja Guttenberger
Die bewegte Geschichte der Bundesschule in Bernau

Mit der Bundesschule des ADGB konnten die Ideale des Bauhaus unter der Leitung von Hannes Meyer (1928–1930) auf einzigartige Weise verwirklicht werden. In kollektiver Arbeit planten, bauten und möblierten alle Bauhaus-Werkstätten die Schule, mittels Funktionsdiagrammen und Umweltanalysen passten sie den Bau perfekt an das Gelände und die Bedürfnisse der Nutzer*innen an. Nach 1933 wurde das Gebäude eine Nazi-Führerschule, dann ein Hospital, nach 1945 wieder eine Gewerkschafts(hoch-)schule, heute ist es Bildungsstätte der Handwerkskammer.

Ort: Baudenkmal Bundesschule Bernau · Hannes-Meyer-Campus 9 · 16321 Bernau

Für die Exkursion steht eine limitierte Anzahl an Teilnehmerplätzen zur Verfügung.
Anmeldung unter anmeldung@hermann-henselmann-stiftung.de
 
 
 

1111. Juni 2019   19:00Podiumsdiskussion
 

Kritische Revue des Bauhaus-Jubiläums

Thomas Flierl im Gespräch mit Wolfgang Holler Klassik Stiftung Weimar, Annemarie Jaeggi Bauhaus-Archiv Berlin, Marion von Osten bauhaus imaginistas, Philipp Oswalt projekt bauhaus

Jubiläen können intellektuelle Kräfte und Ressourcen mobilisieren. Was bringt Bauhaus 100, gibt es neue Erkenntnisse, weiterführende Ideen, wo sind die interessante Kontroversen und Divergenzen dabei, wo der Bezug zur heutigen gesellschaftlichen Situation?

Ort: Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung · Franz-Mehring-Platz 1 · 10243 Berlin